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Die Schweiz und der Fiasko-Mythos des Brexits: Eine faktenbasierte Warnung vor falschen Analogien

Brüssel diktiert, Bundesbern kapituliert und das Schweizervolk soll schweigen und zahlen.

In der Debatte um die Institutionellen Abkommen mit der EU wird der Brexit gerne als Worst-Case-Szenario ins Feld geführt. Befürworter wie economiesuisse argumentieren, ein wirtschaftlicher Nutzen des Brexits sei nicht ersichtlich (Faktencheck Bilaterale III, Juli 2025). Andere warnen, eine Ablehnung führe unweigerlich zu einer Wirtschafts-Krise à la Brexit. Damit schlagen sie in dieselbe Kerbe wie die Gegner des Brexits von einst. Rezessionsängste, Medizinmangel und Schreckensszenarien machten damals die Runde. Doch die Katastrophe blieb aus.

Erstaunlich: Gemessen an den Quartalszahlen zum Bruttosozialprodukt, hat die britische Wirtschaft die deutsche in den meisten Quartalen seit dem Brexit-Votum 2016 übertroffen. Dieser Trend hat sich nach dem endgültigen Austritt Anfang 2021 sogar noch verstärkt. (OECD Data Explorer, Quartals-Daten zu Bruttosozialprodukt bis 2025/Q3). Basierend auf diesen Daten ist ein wirtschaftlicher Nutzen in dieser Sache wahrhaftig nicht ersichtlich – nur eben nicht beim Brexit, sondern beim Binnenmarkt.

Die Annahme, der Brexit habe die britische Economy erstickt, greift ebenfalls zu kurz. Zwar blieb der versprochene Wirtschaftsboom aus und der Warenexport sank, doch die Dienstleistungsexporte stiegen so stark an, dass sie diesen Verlust mehr als ausgleichen. Gravierend für den Warenexport sind die explodierenden Energiekosten, die sich seit dem Austrittsjahr mehr als verdoppelt haben. Vor allem die Strompreise liegen in Großbritannien weit über dem Durchschnitt (siehe Infografik), was die Produktionskosten in die Höhe treibt und Exporte hemmt. Die wahren Bremsen für die Wirtschaft sind also weniger der Brexit als vielmehr die grüne (!) Netto-Null-Politik, Regulationsflut und höhere Steuern.

Die Fakten zum Brexit zeigen: Die wirtschaftliche Angst ist ein Instrument der Debatte, nicht die Realität. Was aber wirklich beunruhigt, ist die politische Blindheit, mit der wir in der Schweiz auf die EU zusteuern. Die historische Schweiz war pragmatisch, aber nicht konformistisch. Sie war bereit, den höheren Preis für Unabhängigkeit zu zahlen, und schuf damit die Grundlage für unseren Wohlstand und unsere Demokratie. Zu diesem Souveränitätsdenken müssen wir zurückkehren, damit wir uns nicht verzetteln und unsere Interessen wieder vertreten können.

 

Prof. Dr. Nicolas Szita
Vorstandsmitglied Pro Schweiz
London

Deshalb NEIN zum geplanten EU- Unterwerfungsvertrag. NEIN zu Gessler 2.0! Wir wollen nicht: GEHORCHEN, ERDULDEN, BEZAHLEN UND SCHWEIGEN.