In einem Gastkommentar in der Handelszeitung vom 10.12.2025 stellt Stephan Mumenthaler, Direktor des Verbandes für Pharma und Chemie Scienceindustries, fest, dass die Kritiker der Verträge mit der EU einem Grundlagenirrtum unterliegen würden, wonach bei einer Ablehnung der Verträge der sogenannte bilaterale Weg einfach weitergehen würde. Nach Mumenthaler hat sich die Welt bewegt, der bilaterale Weg würde nicht weitergeführt werden und wir würden sofort aus dem Horizon Forschungsprogramm ausgeschlossen. Er findet, dass Verträge in einer regelbasierten Welt zu unserem Vorteil gereichen würden.
Dazu ist festzuhalten, dass nicht die Gegner der Verträge, sondern Herr Mumenthaler einem Grundlagenirrtum erlegen ist: Von welcher regelbasierten Welt spricht er wohl? Von regelbasierter Welt kann keine Rede mehr sein. Gerade in der EU werden Verträge regelmässig gebrochen oder politisch übersteuert und die Meinungsfreiheit mit Füssen getreten, wie man etwa kürzlich in der Causa Baud sehen konnte. Das Horizon-Programm ist eine sinnlose Geldvernichtungsmaschine ohne wirklich hochklassige Ergebnisse, in der ca. 5% der Gelder in die Forschung und der Rest in Administration und Bürokratie versanden. Der beste Weg für die Schweiz ist, uns mutig sämtliche Optionen offen zu halten und in jedem Gebiet mit den Besten zusammen zu arbeiten. Und selber mehr zu arbeiten, Bürokratie und Administration abzubauen und voll auf Innovation zu setzen.
Was wird bei einer Ablehnung der Verträge passieren: nicht viel. Etwas Gerumpel, das bald wieder einem Courant normal weichen wird. Vergessen wir nicht, dass die Schweiz der EU wesentlich mehr abkauft als die EU uns. Die Unternehmen in der maroden EU werden wohl kaum ihre beste Kundin vertreiben wollen.
Hören wir nicht auf Funktionäre à la Mumenthaler, sondern vertrauen wir auf unsere eigene unternehmerische Stärke und Unabhängigkeit!
Stephan Rietiker
Präsident Pro Schweiz