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«Ja zur Neutralitätsinitiative»

Ansprache vom 18. April 2026, gehalten von Walter Wobmann, alt Nationalrat, Vizepräsident Pro Schweiz, an der ordentlichen Mitgliederversammlung von PRO SCHWEIZ.

Wir sind heute zusammengekommen, weil eine wesentliche Säule unserer Schweiz in Gefahr ist. Eine Gefahr, die aus Bundesbern kommt – von jenen, die eigentlich unser Land schützen sollten. Unsere über die Jahrhunderte entstandene, bewährte Neutralität, die uns vor Kriegen bewahrt hat, wird systematisch zerstört. Deshalb müssen wir Ja zur Wahrung der schweizerischen Neutralität sagen und das heisst konkret: JA zur Neutralitätsinitiative!

Das Wunder der Schweiz

Stellen wir uns kurz vor, was unsere Schweiz wirklich ist. Aus dem einstigen Armenhaus Europas ist eine der wohlhabendsten Länder der Welt geworden. Das grenzt an ein Wunder!

Wie haben wir das geschafft? Mit einer einfachen, aber genialen Devise: Gegen aussen unabhängig, gegen innen freiheitlich, mit weltweit einzigartigen Bürgerrechten, föderalistisch aufgebaut, marktwirtschaftlich, aber selbstbestimmt und: immerwährend, bewaffnet und umfassend neutral.

Die Regeln des Zusammenlebens gab sich die Schweiz selber. Oder wie dies der erste Präsident des Bundesrates von 1848, Johannes Furrer, angesichts internationaler Einmischungen aussprach: «Die unabhängige Schweiz wird sich weiterhin selber regieren!»

Die Lehre aus der Geschichte: Neutralität macht stark!

Die Geschichte lehrt uns eine einfache, aber entscheidende Wahrheit: Der Schweiz ging es immer dann gut, wenn sie sich an ihre strikte Neutralität hielt – und sie geriet immer dann in Gefahr, wenn sie davon abwich!

Nach dem Ersten Weltkrieg – 1920 – hatte die Schweiz im Übermut und naiv unsere bewährte Neutralität stark verwässert – heute würde der Aussenminister Bundesrat Cassis von der flexiblen Neutralität sprechen – und ist dem Völkerbund, dem Vorläufer der UNO, beigetreten. Das Ergebnis? Wir gerieten in eine aussenpolitische Sackgasse! Als Mussolinis Truppen Äthiopien angriffen, mussten wir Wirtschaftssanktionen gegen Italien übernehmen – und Mussolini drohte uns unverhohlen mit Krieg!

Erst als wir 1938 zwingend zurück zur integralen Neutralität fanden, atmete die ganze Schweiz auf. Bundesrat Giuseppe Motta rief unter dem Jubel der Anwesenden: «Es wird in Zukunft keine differenzielle Neutralität mehr geben. […] Die Neutralität wird wieder das, was sie während Jahrhunderten gewesen war: uneingeschränkt und ewig.»

Und diese Rückkehr zur Neutralität kam nur wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs! Es war genau diese schweizerische Neutralität, die uns in diesem mörderischen Krieg den Frieden sicherte!

Und heute?

Meine Damen und Herren, heute sind wir wieder in einer ähnlichen Situation wie 1920: bei der Preisgabe der Schweizer Neutralität. Die Diskussion im Nationalrat in der Frühlingssession hat gezeigt: Die Mehrheit der Classe politique will überhaupt keine Schweizer Neutralität mehr.

Der Beweis: Die Parlamentsmehrheit hat nicht einmal einen stark abgeschwächten Gegenvorschlag zur Neutralitätsinitiative angenommen – einen Text, der bloss gesagt hätte: „Die Schweiz ist neutral. Ihre Neutralität ist immerwährend und bewaffnet.“

Denken Sie mal darüber nach! Nicht einmal diese minimale Anerkennung unserer Neutralität wurde gewürdigt! Das ist der unmissverständliche Beweis: Bundesbern will die Neutralität nicht nur „flexibel handhaben“ – sie wollen sie ganz weghaben!

Wenn schon die Grundformel unserer Neutralität, die seit Jahrhunderten gilt, für sie zu viel ist, dann ist klar, was ihre wahre Absicht ist: die vollständige Integration in die Nato und in die EU! Das geht Hand in Hand, Schritt für Schritt, ohne das Volk!

Damit steigt die Kriegsgefahr für die Schweiz erheblich! Die Politiker wollen freie Hand bei fremden Händeln und für die Kriegsführung. Die Bevölkerung würde allein und ungeschützt bleiben.

Genau dies ist 2022 geschehen: Die Bundesratsmehrheit, applaudiert von den Internationalisten, knickte unter ausländischen Druck ein und hat die EU-Sanktionen gegen Russland völlig neutralitätswidrig übernommen. Der Bundesrat machte damit die Schweiz zur Kriegspartei. Denn wer gegen eine Partei einseitig nicht-militärische Zwangsmassnahmen ergreift, unterscheidet zwischen Gut und Böse. Und verliert die Glaubwürdigkeit als neutraler Vermittler.

Was uns wirklich droht: Krieg, Elend und Zerstörung!

Reden wir Klartext! Was passiert, wenn wir unsere Neutralität aufgeben werden? Wir holen den Krieg direkt zu uns ins Land!

Schauen Sie sich um in der Welt! Überall sehen wir die Bilder: Zerstörte Städte, flüchtende Familien, weinende Kinder, getötete Zivilisten, Hunderttausende tote Soldaten, tägliche Massaker. Das ist kein fernes Schicksal – das droht uns, wenn wir diesen Weg weitergehen!

Unsere Vorfahren haben uns Frieden geschenkt. Frieden, den sie mit klugen Entscheidungen erkämpft haben. Und den sie mit einer starken Armee verteidigt hätten. Den Frieden, den unsere Politiker heute verspielen!

Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden unsere Kinder und Enkelkinder eines Tages fragen: Warum habt ihr nichts getan? Warum habt ihr unseren Frieden weggegeben?

Das ist kein politisches Geschwätz – das ist die nackte, brutale Wahrheit! Jeder Schritt weg von der Neutralität ist ein Schritt hin zum Krieg!

 

Warum die Initiative unsere Rettung ist

Die Neutralitätsinitiative ist kein starres Korsett, sondern unser Rettungsanker. Sie stellt klar:

  • Ja zur immerwährenden Neutralität! Nicht von Fall zu Fall!
  • Ja zur bewaffneten Neutralität! Wir verteidigen uns selbst!
  • Ja zur umfassenden Neutralität! Militärisch, politisch, wirtschaftlich!
  • Ja zur humanitären Tradition der Schweiz! Es ist kein Zufall, dass das IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) seinen Hauptsitz in Genf hat!
  • Ja zur Friedensdiplomatie der Schweiz! Die Welt braucht einen verlässli-chen, neutralen Vermittler!

Die Initiative gibt uns klare Regeln zurück. Regeln, die vor politischem Zickzack schützen. Regeln, die unsere Politiker daran hindern, uns in fremde Konflikte hineinzuziehen.

Unser Aufruf zum Handeln

Ich rufe Sie auf: Stehen Sie auf für unsere Schweiz! Für unsere Neutralität! Für unsere Zukunft!

Was müssen wir tun?

  1. Sprechen Sie mit jedem! Erklären Sie Ihren Familienangehörigen, Nachbarn, Freunden, Berufs- und Vereinskollegen, was auf dem Spiel steht.
  2. Seien Sie laut und sichtbar! Plakate, Kleber, Leserbriefe, Gespräche – zeigen Sie, dass wir viele sind!
  3. Organisieren Sie Treffen! Gemeinsam sind wir stark. Bringen Sie die Fakten auf den Tisch.
  4. Nutzen Sie jede Plattform! Social Media, Lokalzeitungen, Gemeindeversammlungen – überall müssen wir zu hören sein!
  5. Spenden Sie, auch ein Fünfliber ist willkommen! Gegen die mächtigen Gegner brauchen wir jeden Franken.
  6. Und gehen Sie dann abstimmen, nehmen Sie Ihr Umfeld mit: Jede Stimme zählt!

Unsere einfache, klare Botschaft

Vergessen Sie die komplizierten Argumente. Es geht um eine einfache Botschaft:

Kein Krieg! Neutralitätsinitiative JA!
Das ist alles, was zählt! Kein Krieg auf unserem Boden! Kein Elend in unseren Dörfern und Städten! Keine Zerstörung unserer Heimat!

Aufruf

Die Schweizer Neutralität ist einzigartig. Sie ist selbstgewählt, sie ist immerwährend, sie ist bewaffnet und umfassend.

Unsere Vorfahren haben uns dieses Erbe mit Blut und Schweiss übergeben. Ein Erbe des Friedens, der Unabhängigkeit und der Weisheit. Jetzt liegt es an uns, es zu bewahren.

Die Politiker in Bern haben bewiesen, dass sie unsere Neutralität nicht schützen wollen. Nicht einmal die einfachste Grundformel unserer Neutralität war ihnen heilig! Also müssen wir es tun! Das Volk muss sich selbst schützen!

Gehen Sie jetzt raus und kämpfen Sie für unsere Schweiz! Für unsere Kinder! Für unsere Zukunft!

Kein Krieg! Neutralitätsinitiative JA!

Gemeinsam werden wir gewinnen – für eine neutrale, freie und friedliche Schweiz!