Die Auseinandersetzung über diese Abstimmung hat gezeigt, dass die Schweiz nicht am Ende eine Debatte über die Bedeutung der schweizerischen Neutralität steht, sondern erst am Anfang. Die Abstimmungskampagne den «Krieg» bzw. die Kriegsgefahr parteiübergreifend ins Bewusstsein der Bevölkerung, der Politik, sicherheitspolitischer Kreise und der Armeeführung gerückt. Das ist ein hoffnungsvoller Anfang.
Gerade weil der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist, muss die Schweiz Krieg und Frieden, Sicherheit und Landesverteidigung wieder ernsthaft in die Verteidigungsdiskussionen einbringen.
Jetzt müssen die Versprechen gehalten werden
Nach dem Nein zur Verfassungsbestimmung, tragen nun die Gegner der Neutralitätsinitiative die Verantwortung für die Kriegsverhinderung. Sie haben betont, die Schweiz bleibe neutral. Bundesrat Ignazio Cassis erklärte an der Medienkonferenz vom 11. August 2026: «Die Schweiz war neutral, ist neutral und bleibt neutral.» Was das heisst, wird jetzt die Zukunft weisen. Das Handeln der Regierung ist genau zu beobachten. Die strikte Befolgung der Neutralität ist immer noch möglich. Sie wird aber nicht durch eine Verfassungsnorm vorgeschrieben.
Die Realität wird zum Prüfstein der Neutralität
Seit Beginn des Ukraine-Krieges hat die Schweiz wiederholt Sanktionsmassnahmen der EU gegen die Atommacht Russland übernommen. Dies hat die Schweiz zur Kriegspartei gemacht.
Dies führte bereits zu negativen Folgen für Unternehmen – vgl. Nestlé Zwangsverwaltung in Russland – und hat die Friedensdiplomatie geschwächt. Gleichzeitig wird die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der innenpolitisch und wirtschaftlich geschwächten EU und insbesondere mit der Nato gefährlich weiter ausgebaut.
Eine glaubwürdige Neutralität ermöglicht der Schweiz, ihre Guten Dienste aktiv anzubieten und als unabhängiger Staat weltweit Vertrauen zu geniessen.
Immerwährend, bewaffnet und umfassend
Neutralität bedeutet nicht Gleichgültigkeit gegenüber Krieg und Leid, sondern die Wahrung der eigenen Unabhängigkeit und Sicherheit. Sie ermöglicht der Schweiz, ihre humanitäre Tradition und ihre Guten Dienste weiterzuführen.
Die Debatte geht weiter
Mit dem Nein zur Initiative ist die Neutralitätsfrage nicht beantwortet – sie ist in eine neue, unsichere Phase getreten.
Das Komitee dankt allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für eine klar und verfassungsmässig verankerte Schweizer Neutralität eingesetzt haben. Die Diskussion geht weiter. Die schweizerische Neutralität bleibt eine der wichtigsten staatspolitischen Aufgaben der Schweiz, welche das Schweizer Volk nicht aus der Hand geben darf: Wer den Frieden will, bereitet sich auf den Krieg vor.